Freiwillige   Feuerwehr   der   Stadt   Leichlingen
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Weihnachten bei der Feuerwehr

24.12.2010, 14.42h: Piiiiep, Piiiiep: Alarm für den Löschzug, Zimmerbrand in der Dingensstraße 17, 1. OG, möglicherweise noch Personen im Gebäude!

In der Floriansstube des Gerätehauses ist die Party für die Feuerwehr-Kiddies gerade mitten im Gange.
Die fünfzehn anwesenden Funkmeldeempfänger begeben sich samt der daran befestigten Feuerwehrleute eiligst hinab in die Fahrzeughalle. „Personen im Gebäude“ ist das Stichwort, das Feuerwehrleute wirklich schnell werden lässt, deshalb merkt der Nikolaus erst mitten in der Alarmfahrt, dass er noch den weißen Rauschebart im Gesicht kleben hat. Auch egal, jetzt muss erstmal die Leiter zur Einsatzstelle.

Nach knappen vier Minuten kommen Löschfahrzeug und Drehleiter an und das viele Üben zahlt sich nun mal wieder im Einsatz aus: Der Einsatz mit Bereitstellung läuft wie aus dem Lehrbuch. Nachdem der Gruppenführer erkundet hat, dass keine Personen im Gebäude sind und tatsächlich nur ein Zimmer brennt, dessen Tür auch noch geschlossen ist folgt nun höchste Handwerkskunst der Feuerwehr: Das Feuer wird von außen über die Drehleiter gelöscht, der Rest der Wohnung bleibt unangetastet. Für die Feuerwehrleute gleichzeitig keine große Sache und höchst befriedigend, dass nicht mehr als nötig kaputt gegangen ist.

Ein anderer dafür routinemäßig abgestellter Feuerwehrmann hat währenddessen eine wenig Feuerwehrsozialarbeit geleistet: Die junge Mutter und ihr dreijähriger Sohn aus der Wohnung wurden im Rettungswagen durchgecheckt und dann kurzerhand erstmal mit dem Mannschaftswagen in das Gerätehaus zur personell verkleinerten Weihnachtsfeier gefahren. Während der Kleine dort mit einer Tüte Süßigkeiten vom Reservenikolaus ausgestattet wird und recht schnell mit den anderen Kindern Feuerwehr spielt (was sonst?), ist das mit der Mutter nicht ganz so einfach:

Sie ist natürlich im Nachhinein richtig erschrocken was alles hätte passieren können und was nun kommen wird. Wenn kein Rauchmelder im Spielzimmer gehangen hätte, wenn sie nicht einfach hätten hinausgehen können und natürlich wo sie denn jetzt wohnen sollen da doch sicher die ganze Wohnung ausgebrannt ist und und und...
In einem ruhigen Eckchen bekommt sie erst einmal eine Tasse Tee und kann mit einer jungen Feuerwehrfrau und einem alten Kollegen, dem auch mal die Wohnung abgebrannt ist darüber reden wie sie sich fühlt und was im Moment ihre größten Probleme sind.

Es stellt sich heraus, dass sie erst vor kurzem in die Stadt gezogen ist und noch niemanden kennt und ihr Mann auch noch bis Morgen auf Auslandsmontage ist. Sie weiß nicht wo sie wohnen soll und hat ja auch nichts bei sich, und was soll sie ihrem Mann morgen erzählen was passiert ist?
Selbst einer mutigen Frau wie dieser, die ihr Kind sicher aus dem Haus gebracht hat, sogar die Tür zum Brandraum auf dem Weg hinaus noch geschlossen hat und sofort die Feuerwehr anrief und die Lage genau beschrieb kommen mal die Tränen.
Aber das ist völlig in Ordnung und auch gut so.

Eine städtische Mitarbeiterin ist inzwischen auch dazugestoßen und erklärt der Mutter, dass sie heute Nacht erst einmal in einem Hotel untergebracht werden wird und natürlich auch Bargeld bekommt um das wichtigste zu kaufen bis die glücklicherweise vorhandenen Versicherung weiterhilft.

Nachdem der Löschzug wieder eingerückt ist erfährt sie, dass wirklich nur das eine Zimmer durch Rauch und Feuer zerstört worden ist. Ihre in der Wohnung gefundene Handtasche bekommt sie auch gleich mitgebracht.

Jetzt ist sie wirklich erleichtert und wird erst mal zur Wohnung gefahren um das zusammenzupacken was sie für die Übernachtung braucht und das Hotelzimmer vorzubereiten, während ihr Kleiner noch ein wenig länger von der Feuerwehr gehütet wird.

Nach einer Stunde ist sie wieder da und möchte nun mit ihrem Sohn ins Hotel fahren, bleibt aber dann doch noch gern zum Abendessen als sie das Gefühl hat, dass die Einladung der Feuerwehrleute wirklich von Herzen kommt.

Etwas später beim Essen muss sie es schließlich wissen und fragt die Feuerwehrlerin gegenüber am Tisch: „Warum macht ihr das eigentlich?“
Die Feuerwehrfrau grinst und meint: „Ach ja, das. Genau weiß eigentlich keiner von uns warum er dabei ist. Aber es hat etwas damit zu tun, dass wir es können, dass man uns braucht und, dass es ab und an das Gefühl gibt, jemandem wirklich geholfen zu haben der Hilfe dringend nötig hatte. Insgesamt macht es halt Spaß.“

„Ob ich das auch könnte?“

„Och, wer sich schon so besonnen verhält wenn die eigenen Bude brennt den können wir mit Sicherheit brauchen. Dienst haben wir jeden Mittwoch um sechs, komm einfach mal vorbei wenn Du Lust hast.“

„OK, ich werde am Mittwoch da sein, versprochen!“

Es wird für alle Beteiligten noch ein toller Abend.


Und für Euch alle draußen die ihr auch Feuer ausmacht, Autos aufschneidet und vieles, vieles mehr:
Vergesst nicht, dass ihr es für die Menschen tut.
Für die Kleinen und die Großen, die Schwarzen und die Weißen, Roten, Braunen, Grünen, Gelben und Buntkarierten, die Ängstlichen und die Mutigen - für alle die uns brauchen.

Quelle:

Verfasser: Jo Mäschle
www.Feuerwehr.de

 

Eine schöne Weihnachtszeit wünscht Ihre Freiwillige Feuerwehr der Stadt Leichlingen

 

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