|
|
Freiwillige Feuerwehr der Stadt Leichlingen | ![]() |
| >>> gegründet 1882 <<< |
Weihnachten bei der Feuerwehr
24.12.2010,
14.42h: Piiiiep, Piiiiep: Alarm für den Löschzug, Zimmerbrand in der Dingensstraße
17, 1. OG, möglicherweise noch Personen im Gebäude!
In der Floriansstube des Gerätehauses ist die Party für die
Feuerwehr-Kiddies gerade mitten im Gange.
Die fünfzehn anwesenden Funkmeldeempfänger begeben sich samt der daran
befestigten Feuerwehrleute eiligst hinab in die Fahrzeughalle. „Personen im
Gebäude“ ist das Stichwort, das Feuerwehrleute wirklich schnell werden lässt,
deshalb merkt der Nikolaus erst mitten in der Alarmfahrt, dass er noch den weißen
Rauschebart im Gesicht kleben hat. Auch egal, jetzt muss erstmal die Leiter
zur Einsatzstelle.
Nach knappen vier Minuten kommen Löschfahrzeug und Drehleiter an und das
viele Üben zahlt sich nun mal wieder im Einsatz aus: Der Einsatz mit
Bereitstellung läuft wie aus dem Lehrbuch. Nachdem der Gruppenführer
erkundet hat, dass keine Personen im Gebäude sind und tatsächlich nur ein
Zimmer brennt, dessen Tür auch noch geschlossen ist folgt nun höchste
Handwerkskunst der Feuerwehr: Das Feuer wird von außen über die Drehleiter
gelöscht, der Rest der Wohnung bleibt unangetastet. Für die Feuerwehrleute
gleichzeitig keine große Sache und höchst befriedigend, dass nicht mehr als
nötig kaputt gegangen ist.
Ein anderer dafür routinemäßig abgestellter Feuerwehrmann hat währenddessen
eine wenig Feuerwehrsozialarbeit geleistet: Die junge Mutter und ihr dreijähriger
Sohn aus der Wohnung wurden im Rettungswagen durchgecheckt und dann kurzerhand
erstmal mit dem Mannschaftswagen in das Gerätehaus zur personell
verkleinerten Weihnachtsfeier gefahren. Während der Kleine dort mit einer Tüte
Süßigkeiten vom Reservenikolaus ausgestattet wird und recht schnell mit den
anderen Kindern Feuerwehr spielt (was sonst?), ist das mit der Mutter nicht
ganz so einfach:
Sie ist natürlich im Nachhinein richtig erschrocken was alles hätte
passieren können und was nun kommen wird. Wenn kein Rauchmelder im
Spielzimmer gehangen hätte, wenn sie nicht einfach hätten hinausgehen können
und natürlich wo sie denn jetzt wohnen sollen da doch sicher die ganze
Wohnung ausgebrannt ist und und und...
In einem ruhigen Eckchen bekommt sie erst einmal eine Tasse Tee und kann mit
einer jungen Feuerwehrfrau und einem alten Kollegen, dem auch mal die Wohnung
abgebrannt ist darüber reden wie sie sich fühlt und was im Moment ihre größten
Probleme sind.
Es stellt sich heraus, dass sie erst vor kurzem in die Stadt gezogen ist und
noch niemanden kennt und ihr Mann auch noch bis Morgen auf Auslandsmontage
ist. Sie weiß nicht wo sie wohnen soll und hat ja auch nichts bei sich, und
was soll sie ihrem Mann morgen erzählen was passiert ist?
Selbst einer mutigen Frau wie dieser, die ihr Kind sicher aus dem Haus
gebracht hat, sogar die Tür zum Brandraum auf dem Weg hinaus noch geschlossen
hat und sofort die Feuerwehr anrief und die Lage genau beschrieb kommen mal
die Tränen.
Aber das ist völlig in Ordnung und auch gut so.
Eine städtische Mitarbeiterin ist inzwischen auch dazugestoßen und erklärt
der Mutter, dass sie heute Nacht erst einmal in einem Hotel untergebracht
werden wird und natürlich auch Bargeld bekommt um das wichtigste zu kaufen
bis die glücklicherweise vorhandenen Versicherung weiterhilft.
Nachdem der Löschzug wieder eingerückt ist erfährt sie, dass wirklich nur
das eine Zimmer durch Rauch und Feuer zerstört worden ist. Ihre in der
Wohnung gefundene Handtasche bekommt sie auch gleich mitgebracht.
Jetzt ist sie wirklich erleichtert und wird erst mal zur Wohnung gefahren um
das zusammenzupacken was sie für die Übernachtung braucht und das
Hotelzimmer vorzubereiten, während ihr Kleiner noch ein wenig länger von der
Feuerwehr gehütet wird.
Nach einer Stunde ist sie wieder da und möchte nun mit ihrem Sohn ins Hotel
fahren, bleibt aber dann doch noch gern zum Abendessen als sie das Gefühl
hat, dass die Einladung der Feuerwehrleute wirklich von Herzen kommt.
Etwas später beim Essen muss sie es schließlich wissen und fragt die
Feuerwehrlerin gegenüber am Tisch: „Warum macht ihr das eigentlich?“
Die Feuerwehrfrau grinst und meint: „Ach ja, das. Genau weiß eigentlich
keiner von uns warum er dabei ist. Aber es hat etwas damit zu tun, dass wir es
können, dass man uns braucht und, dass es ab und an das Gefühl gibt,
jemandem wirklich geholfen zu haben der Hilfe dringend nötig hatte. Insgesamt
macht es halt Spaß.“
„Ob ich das auch könnte?“
„Och, wer sich schon so besonnen verhält wenn die eigenen Bude brennt den können
wir mit Sicherheit brauchen. Dienst haben wir jeden Mittwoch um sechs, komm
einfach mal vorbei wenn Du Lust hast.“
„OK, ich werde am Mittwoch da sein, versprochen!“
Es wird für alle Beteiligten noch ein toller Abend.
Und für Euch alle draußen die ihr auch Feuer ausmacht, Autos aufschneidet
und vieles, vieles mehr:
Vergesst nicht, dass ihr es für die Menschen tut.
Für die Kleinen und die Großen, die Schwarzen und die Weißen, Roten,
Braunen, Grünen, Gelben und Buntkarierten, die Ängstlichen und die Mutigen -
für alle die uns brauchen.
Quelle:
Verfasser: Jo Mäschle
www.Feuerwehr.de
Eine
schöne Weihnachtszeit wünscht Ihre Freiwillige Feuerwehr der Stadt
Leichlingen
Ihr Kontakt zur Feuerwehr Leichlingen: hier Startseite